Fed-Chef will weniger Zinssitzungen: Was das für Kryptowährungen bedeutet

- Die Krypto-Community reagiert gemischt auf den Plan von Fed-Chef Kevin Warsh, die Häufigkeit der Zinssitzungen zu reduzieren.
Kevin Warsh, der neue Vorsitzende der US-Notenbank, ist erst seit rund 10 Wochen im Amt. Seine jüngsten Äußerungen haben jedoch für Uneinigkeit unter den Marktbeobachtern gesorgt.
Eines der jetzt heiß diskutierten Themen am Markt ist Warshs Vorstoß, die Häufigkeit der Sitzungen des Federal Open Market Committee (FOMC) zu reduzieren. Dieser Schritt würde die Anzahl dieser Sitzungen drastisch von den acht regelmäßig angesetzten Sitzungen pro Jahr auf eine noch festzulegende Zahl reduzieren.
Reduzierung der Häufigkeit der Fed-Zinssitzungen
Es ist erwähnenswert, dass gesetzlich mindestens vier FOMC-Sitzungen pro Jahr vorgeschrieben sind. Warshs Vorschlag würde also zwischen dieser Mindestanzahl und der derzeitigen Anzahl liegen. Allerdings gab es in der Vergangenheit Zeiten, in denen die Fed als Reaktion auf große Wirtschaftskrisen mehr als acht reguläre Sitzungen pro Jahr abhielt.
Für Warsh würde eine geringere Häufigkeit der FOMC-Sitzungen die übermäßige Abhängigkeit der Wirtschaft von Zentralbankinterventionen eindämmen. Dies würde den Finanzmärkten mehr Eigenständigkeit ermöglichen, eine organischere Erhebung von Wirtschaftsdaten fördern und das Risiko für alle Marktteilnehmer verringern.
Der Zentralbankchef und seine Kollegen haben das Thema noch nicht besprochen. Das kommt direkt im Anschluss an die Entscheidung der Fed, die Zinssätze nach der letzten FOMC-Sitzung bei 3,5 % und 3,75 % zu belassen.
In einer Pressekonferenz argumentierte Warsh, dass der Anleihemarkt entsprechend reagiert und die Bedingungen von selbst verschärft habe, ohne explizite Vorgaben der Fed. Er erklärte, dass die steigenden Renditen den politischen Entscheidungsträgern bereits die Hauptarbeit abgenommen hätten.
Was das für den Kryptomarkt bedeutet
Die Analysten sind geteilter Meinung, was die Aussicht auf weniger FOMC-Sitzungen angeht. Die einen halten das für gut, die anderen kritisieren es.
Befürworter stimmten Warsh zu, dass eine jährliche Reduzierung der regelmäßigen Kommentare der Fed dem Markt helfen wird, von der Zentralbank verursachte Störsignale herauszufiltern und zu einer neutraleren Preisbildung beizutragen. Das würde es Bitcoin (BTC) und anderen damit verbundenen digitalen Währungen ermöglichen, sich in erster Linie an ihren fundamentalen und technischen Faktoren zu orientieren, anstatt an ständigen staatlichen Eingriffen.
Zudem würde die geringere Häufigkeit von künstlich herbeigeführten „Sell-the-News“-Ereignissen und künstlichen Liquiditätsengpässen im Laufe des Kalenderjahres die langfristigen Auswirkungen und die Dauer von Bärenmärkten im Kryptomarkt deutlich verringern.
Auf der anderen Seite wiesen Kritiker darauf hin, dass weniger FOMC-Sitzungen das systemische Risiko und die Preisvolatilität verstärken würden. Sie sagten, dass weniger Kommentare der Fed die Marktorientierung für Branchenakteure und andere politische Entscheidungsträger effektiv zu einem Szenario mit hohem Risiko machen würden.
Zudem würde die Reduzierung der FOMC-Sitzungen durch die Fed aufgrund der langen Zeitabstände zwischen den geldpolitischen Überprüfungen zu größeren Zinsanpassungen führen. Anstelle von schrittweisen Anpassungen um 25 Basispunkte wäre es wahrscheinlicher, dass die Fed auf einen Schlag 50 Basispunkte oder mehr anheben oder senken würde, was die Marktvolatilität bei jeder geplanten Zinssenkung oder -erhöhung verstärken könnte.



