Markt

Vanguard öffnet sich für Bitcoin- und Krypto-ETFs

Vanguard ermöglicht seinen Kunden ab heute, mit Bitcoin- und Krypto-Anlageprodukten auf der hauseigenen Plattform zu handeln. Nach der Zulassung der US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs im Januar 2024, war der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt einer der wenigen, der seinen Kunden den Zugang zu der Anlageklasse verwehrte. Das rührte insbesondere daher, dass Vanguard Bitcoin kritisch gegenüber eingestellt war. Die Kehrtwende Vanguards markiert entsprechend einen wichtigen Meilenstein in der institutionellen Adoption von Bitcoin.

Vanguards Kehrtwende

Wie Bloomberg berichtet, öffnet sich Vanguard ab heute endlich für Bitcoin und Kryptowährungen. Bereits im September gab es einen Bericht von „Crypto in America“, in dem sich auf Insider berufen wurde, die mitteilten, dass dieser Schritt bevorsteht. Demnach sorgte die Bloomberg-Meldung nicht für allzu viel Überraschung am Markt.

Vanguard entschied sich dazu, ETFs und Investmentfonds, die primär Kryptowährungen halten, auf der eigenen Plattform zum Handel zuzulassen. Die anhaltende Nachfrage – sowohl von Privatanlegern als auch von institutionellen Anlegern – habe Vanguard zu der Kehrtwende veranlasst, heißt es im Bloomberg-Artikel, für den auch mit Andrew Kadjeski, Leiter der Abteilung für Brokerage und Investments bei Vanguard, gesprochen wurde.

Vanguard werde die meisten Krypto-ETFs und ‑Investmentfonds, die den regulatorischen Standards entsprechen, unterstützen – außer Memecoin-ETFs. Kadjeski erklärte zudem, dass sich Krypto-Anlageprodukte in volatilen Zeiten bewährt und sich die Präferenzen der Anleger weiterentwickelt haben.

Kryptowährungs-ETFs und Investmentfonds haben sich in Zeiten volatiler Märkte bewährt und funktionieren wie vorgesehen, während sie gleichzeitig ihre Liquidität bewahren. Die Verwaltungsprozesse für diese Art von Fonds sind ausgereift, und die Präferenzen der Anleger entwickeln sich weiter.
Andrew Kadjeski, Vanguard

Kein eigener Krypto-ETF geplant

Trotz der Öffnung für die Anlageklasse wird Vanguard vorerst keine eigenen Krypto-Anlageprodukte lancieren. Der Vermögensverwalter, der selbst große Aktien-ETFs herausgibt, bietet auch keine mit Edelmetallen gedeckten Anlageprodukte an.

Vanguard hat zwar keine Pläne, eigene Krypto-Produkte auf den Markt zu bringen, aber wir bedienen Millionen von Anlegern mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Risikoprofilen und möchten eine Brokerage-Handelsplattform anbieten, die unseren Brokerage-Kunden die Möglichkeit gibt, in Produkte ihrer Wahl zu investieren.
Andrew Kadjeski, Vanguard

Damit überlässt Vanguard Konkurrenten wie BlackRock das Spielfeld. Der Bitcoin-Spot-ETF IBIT ist inzwischen eines der Anlageprodukte, mit denen BlackRock am meisten Geld verdient. Vanguard hat die Chance verpasst, früh dabei zu sein. Dies dürfte auch an dem ehemaligen CEO Tim Buckley gelegen haben, der sich mehrfach negativ zu Bitcoin geäußert hatte.

Wir werden unsere Meinung dazu nicht ändern, es sei denn, die Anlageklasse ändert sich. Wir glauben nicht, dass ein Bitcoin-ETF in ein langfristiges Portfolio gehört. […] Etwas wie Bitcoin ist einfach zu volatil. Es ist kein Wertspeicher – das war es noch nie. […] Es ist spekulativ.
Tim Buckley, ehemaliger Vanguard-CEO

Der @Vanguard_Group CEO hat in einem Interview erneut Stellung zu #Bitcoin ETFs bezogen.

– “Wir werden unsere Meinung dazu nicht ändern, sofern [BTC] sich nicht ändert”
– “#BTC gehört nicht in langfristige Portfolios”
– “Spekulativ”
– “Kein Cashflow”

→ NGMI 🤓 pic.twitter.com/HHdZJaQnrL

— Blocktrainer (@blocktrainer) March 15, 2024

Mittlerweile ist Salim Ramji, ein ehemaliger BlackRock-Mitarbeiter und Blockchain-Befürworter, wie Bloomberg schreibt, der CEO von Vanguard. In einem Interview im August 2024 betonte aber auch Ramji, dass es für Vanguard wichtig sei, eine klare Linie zu verfolgen, und entsprechend keine eigenen Krypto-ETFs aufgelegt werden. Dennoch: Unter Ramjis Führung gibt es weniger kritische Kommentare zu Bitcoin und jetzt auch die Möglichkeit, die erfolgreichen ETFs über die Plattform des Vermögensverwalters zu kaufen.

Dies dürfte aber nicht daran liegen, dass sich Bitcoin verändert hat, was Buckley als Notwendigkeit für eine Kehrtwende anführte. Nur die Art und Weise, wie die Menschheit mit der Anlageklasse interagiert, änderte sich. Bei einer weiteren Institutionalisierung, die viele als ein „Erwachsenwerden“ von BTC interpretieren, dürften sich künftig aber noch mehr große Finanzhäuser für Bitcoin öffnen und somit zusätzliche Kapitalflüsse in das Asset ermöglichen.

Quelle

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